Unsere 13 Highlights

Im denkmalgeschützten „Haus Jensen“ gibt es unendlich viel zu entdecken. Hier stellen wir Ihnen einige Highlights des Museums vor, die Sie nicht verpassen sollten. Lassen Sie sich bei Ihrem Rundgang inspirieren, Ihr ganz persönliches Lieblingsobjekt zu finden.

Graue Frau Sandsteinskulptur, 16. Jh.

Die lateinische Inschrift auf dem Sockel des Grabdenkmals dieser  Frau in Eiderstedter Tracht besagt, dass sie „1596 im Alter von 49 Jahren“ starb. Ihr Mann, Bauer des Staatshofs nahe Tetenbüll, ließ sie lebensgroß in Sandstein hauen - ein Beweis für seine Trauer aber auch für den Reichtum Eiderstedts vor dem 30jährigen Krieg.

Eichentruhe mit Eisenbeschlägen, um 1300.

Die Truhe, auch Block genannt, ist mit ihren 700 Jahren das älteste erhaltene Möbelstück Eiderstedts. Wahrscheinlich wurden in ihr wertvolle Gegenstände und Dokumente der frühen Selbstverwaltung Eiderstedts aufbewahrt. Zuletzt stand sie in der Kirche St. Peter. Im dortigen Kirchenbuch wird die Truhe 1687 erwähnt, weil sie nach einem Diebstahl mit zwei großen Schlössern gesichert wurde.

Turmuhr-Räderwerk um 1512

Das Räderwerk hat über 400 Jahre die Turmuhr der Kirche in Garding betrieben und ist eines der ältesten seiner Art in Deutschland. Weithin sichtbare Kirchturmuhren mit ihren Glockenschlägen dienten der Kirche dazu, alle pünktlich zum Gottesdienst zu rufen. Jahrhundertelang besaßen nur die wenigsten Menschen eine eigene Uhr. Dieses Werk wurde 2003 restauriert und ist wieder voll funktionstüchtig.

Maurischer Krug 15. Jh.

Welche Überraschung, als 1931 im Watt der Eidermündung in einem Brunnenloch einer im Meer untergegangenen Siedlung dieser Krug auftauchte. Er stammt aus Malaga/Südspanien, das im 15. Jh. von Arabern besetzt war. Er ist ein Zeugnis für die Fernhandelsbeziehungen zwischen Süd- und Nordeuropa, die in der frühen Neuzeit bestanden. Der Fundort zeigt auch, dass der Seeweg und die Küstenregionen für diesen Handelsaustausch besonders wichtig waren.

Modell eines Deichsiels gebaut 1924.

Deichsiele durchqueren den Deich und dienen dazu, das Hinterland zu entwässern. Im Inneren sind zweiflügelige Tore so angebracht, dass bei Flut einströmendes Meerwasser die Tore verschließt. Drückt bei Ebbe Wasser von der Landseite auf die Tore, öffnen sie sich und es kann abfließen. Bau und Unterhalt von funktionierenden Deichen sind bis heute eine wichtige Voraussetzung für das Leben auf der vom Meer umgebenen Halbinsel Eiderstedt.

Siegelring der Landschaft Eiderstedt, 1613, Gold und Bergkristall.

Nachdem die drei Harden (Verwaltungseinheiten) Everschop, Eiderstedt und Utholm einen gemeinsamen Außendeich fertiggestellt hatten und zu einer Einheit wurden, gaben sie sich die Eiderstedter Landschaftsverfassung. Amtliche Schreiben im Auftrag der Landschaft wurden mit dem Siegel des Rings bestätigt.

Vieh-Brennstempel um 1850, mit Tönninger Stadtwappen.

Mit dem Brennstempel wurde Vieh  gekennzeichnet, das von Tönning aus nach England exportiert wurde. Viehaufzucht und Export brachte für viele Eiderstedter mit Landeigentum großen Wohlstand. Besitzlose Landarbeiter dagegen verarmten durch die Umstellung von arbeitsintensivem Ackeranbau auf Viehzucht, da sie keine Arbeit mehr fanden.

Teedose 18. Jh., mit Hinterglasmalerei.

Tee war damals ein Luxusgut wohlhabender Bürger, wie die kunstvolle Verzierung der Dose andeutet. Dieses Exemplar gibt einen Hinweis auf den Handwerker, der die Dose hergestellt hat: Hinter dem rückseitigen Glas kam ein Papier zum Vorschein, das sich als ein Schuldschein des Tönninger Glasers Peter van Hagen von 1762 entpuppte. Er hatte das Papier offenbar nach Rückzahlung des geliehenen Geldes 1763 weiterverwendet.

Milchkeller

Der hohe Grundwasserspiegel macht es in Eiderstedt schwierig, Keller zu bauen. Für die Besitzer dieses Hauses lohnte es sich trotzdem, einen Milchkeller anzulegen. Eingewanderte Niederländer hatten ihr Wissen über Käseproduktion mitgebracht und Milchwirtschaft wurde zu einer gewinnbringende Wirtschaftsform für die Eiderstedter Bauern. Sehr tief ließ sich der Keller nicht bauen, deshalb wurde der Raum über dem Keller (Hochstube) höher gelegt.

Niederländische Wandfliesen um 1720, Harlingen

Das blaue Tier-Dekor wird im Modellbuch der Harlinger Fliesenwerkstadt „Jagd“ genannt. In den Ecken findet sich das sogenannte Spinnenmotiv. Diese Fliesen wurden in großen Mengen produziert und häufig nach Nordfriesland exportiert. Im Haus Jensen sind drei der Wohnräume mit unterschiedlichen Wandfliesen ausgestattet. Dies hatte den praktischen Nutzen einer zusätzlichen Isolierung, zeigte aber auch den Wohlstand der Hausbesitzer.

Eiderstedter Wiege aus Erlenholz von 1771.

Kinderwiegen wurden oft über mehrere Generationen weitergegeben. Diese war zuletzt 1840 bei der Familie des Tönninger „Stadtmusicus“ Peers in Gebrauch. Kopf- und Fußende sind mit durchbrochenen Schnitzereien reich verziert und enthalten Spiegelmonogramme. So lassen am Kopfende die Zahlen 1 und 7 auf das Jahr 1771 schließen.

Puppenküche um 1860.

Diese voll ausgestattete Puppenküche hat der Tochter einer wohlhabenden Apothekerfamilie aus Husum gehört. Das Mädchen sollte damit nicht nur spielen, sondern auch auf zukünftige Aufgaben im Haushalt vorbereitet werden. Heute ist die Puppenküche ein Spiegel ihrer Zeit und gibt durch die detailgetreuen Miniaturen Aufschluss über damals übliche Möbel, Arbeitsgeräte und Geschirr.

Pfahlbau Modell der ersten „Stelzenhütte“ von 1911.

Die berühmten Pfahlbauten sind Wahrzeichen von St. Peter-Ording und prägen das Bild von Deutschlands größtem Nordseestrand. In der interaktiven Ausstellung „Vom Armenhaus zum Badeparadies“ wird erklärt, warum die erste Stelzenhütte „Giftbude“ hieß.

Diese Informationen liegen als handlicher Flyer zum Mitnehmen im Museum aus. Haben Sie bei Ihrem Rundgang ein eigenes Lieblingsobjekt entdeckt?
Erzählen Sie uns davon, eine Postkarte für Ihre Eindrücke liegt im Museum bereit.

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