Sammlung

Einige (wenige) Objekte aus der umfangreichen Sammlung des Museums

 

Maurischer Krug
Maurischer Henkelkrug aus der Spätphase der arabischen Besetzung Spaniens, bestehend aus grau-rötlichem Scherben mit blauer Lüsterbemalung. Gefunden im März 1931 vom Museumsleiter Jensen bei einer Wattbegehung im Brunnenloch einer im Meer untergegagenen Warft vor Kating/Eiderstedt.

Die graue Frau
Grabdenkmal für eine 1592 verstorbene Eiderstedterin in niederländischer Tracht aus hellgrauem Sandstein. Nach der lateinischen Inschrift am Sockel "1596 im Alter von 49 Jahren" verstorben. Zuletzt um 1900 im Tönninger Schloßpark aufgestellt, 1924 ins Museum gelangt.

Goße Eichentruhe
Längsovales Truhengehäuse mit schwenkbarem Deckel. Aufgebaut aus Bohlen zwischen Baumstümpfen für die Schmalseiten und Füße, der Korpus ist ringsherum in dichter Folge mit starken Eisenbändern armiert. Einige bilden zugleich Scharniere und Deckelhalter. Ein äußeres eisernes Hängeschloß ist noch vorhanden. Die Konstruktion fällt aus dem Rahmen der seinerzeit üblicher Kirchentruhen.
Die Herkunft ist ungeklärt. Erstmals wird die Truhe in der Kirchenchronik von St. Peter erwähnt: "Die große Lade, von unbekanntem Alter, ist wegen eines 1687 vor Michaelis geschehenen Diebstahls mit sehr großen und seltenen Schlössern versehen." ( siehe Der Landesblock von Eiderstedt).

Siegelring
Landschaftssiegel von Eiderstedt seit 1613. Durch den Zusammenschluß der "Dreilande", d. h. der drei Harden Everschop, Eiderstedt und Utholm nach abgeschlossenem Deichschluß 1613 entstand die "Landschaft Eiderstedt". Aus diesem Anlaß kam der Siegelring in Gebrauch. Das Wappen zeigt die drei Koggen der ehemaligen Schiffsharden.
Der Siegelring wurde bis in die Gegenwart von der Verwaltung aufbewahrt und kam durch Kreistagsbeschluß Ende 2004 in den Besitz des Museums.

Silberpokal des Prinzen Friedrich Augustenburg
Dankgeschenk des Prinzen Friedrich von Schleswig-Holstein- Sonderburg-Augustenburg, gen. zu Noer (1800-1865), für den "Commandeur" und 25 weitere Teilnehmer seines ehem. Ordonnanzcorps während der Zeit als Befehlshaber der schleswig-holsteinischen Armee (März bis September 1848). Die 26 Reiter hatten sich während der kriegerischen Auseinandersetzung zwischen Dänemark und Schleswig als Freiwillige aus Eiderstedt zur Verfügung gestellt.

Großräderuhrwerk
Erstes Räderuhrwerk der St. Christians-Kirche in Garding, im Gebrauch bis 1907, dann wurde es durch ein neues mechanisches Werk ersetzt.
Eines der ältesten Räderuhrwerke im deutschsprachigen Raum. Ein (fraglich usprüngliches) Pendel von drei Meter Länge ist erhalten, im Museum wurde es zur Demonstration durch ein Kurzpendel ersetzt. Das Werk ist nach der Restaurierung (2003) voll gangfähig.

Abendmahlskelch
Silberner Abendmahlskelch aus einem vierteiligen Krankengerät der Kirche St. Peter. Auf der glatten Kuppa in großer Kursivschrift der Stiftervermerk: "Peter Hamkens Rathmann (Gerichtsherr) et Landespfenningmeister 1760". Es ist dies eine Arbeit des Silberschmiedes Friedrich Christian Munch aus Tondern (Meistermarke: "FM").

Talerdose
Eine sogenannte "Talerbörse" aus der 2. Hälfte des 18. Jahrh., zylindrisch geformt aus Messing mit zwei aufschwenkbaren Deckeln, im Innern durch eine Trennwand aus Eisenblech in zwei Hälften geteilt, mit getriebenem Dekor auf der Wandung, einer der Deckel ist mit Rosetten durchbrochen.
Solche Börsen dienten wohl nicht zum Gebrauch im Alltag, sondern waren beispielsweise "Verlobungsgaben des Bräutigams". Aus dem Besitz eines Schuhmachermeisters in Tönning.

Flügelspinnrad
Ein Spinnrad um 1800 mit Flügelspindel und Fußantrieb. Das Spinnrad war bis 1907 im Besitz der Familie des Tönninger Hafenmeisters und wurde von der Stadt Tönning auf einer Auktion für das Museum ersteigert.

Riechfläschchen
Riechdosen waren seit der Mitte des 18. Jahrh. ein viel verwendetes Schmuckstück. Dieses Exemplar stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, ist aus gepresstem Messingblech mit einer kleiner die Öffnung, die mit einem Stöpsel verschlossen ist. Die Gefäßoberfläche ist mit Ornamenten verziert.

Abendmahls-Weinbehälter
Kleines achteckiges Behältnis mit Schraubdeckel für den Wein zum Abendmahl. Aus einem vierteiligen Abendmahlsgerät: Kelch, Weinbehälter, Oblatendose, Oblatenteller, bestimmt zur Versorgung Kranker, gestiftet der Kirche in St. Peter.
In umlaufender Schrift der Stiftervermerk:  "Peter Hamkens Rathmann et Landespfenningmeyster 1760".

Badekarren
Nachbau eines historischen Badekarrens. Der Badekarren war eine hölzerne Umkleidekabine mit zwei oder vier Rädern, die ans Wasser gezogen wurde und die Möglichkeit bot, sich in schicklicher Weise umzuziehen um dann zu baden.
Zuerst gab es Badekarren in England, dann, um 1800, auch in Deutschland auf Norderney. In St. Peter waren Badekarren bis zum Bau der Badbrücke im Einsatz.

Steinschlosspistole
Pistole mit Zündmechanismus mit einem Feuerstein ("Flintschloß") und Ladestock (Vorderlader), eine schwergewichtige Handfeuerwaffe aus dem 18. Jahrhundert. Der eingravierte Name der Manufaktur ist nur zur Hälfte lesbar, angegeben ist daneben 'Hamburg'. Auf der Außenseite des Holzgriffes hat der Besitzer ein persönliches Zeichen eingeritzt. Die Holzteile werden durch Messingbeschläge eingefasst

Bügeleisen
Bügeleisen aus schwerem Messingguss aus dem 18. Jahrh. Es handelt sich um ein sogenanntes "Kasten-Bügeleisen", das an der Hinterseite durch einen im Scharnier beweglichen Deckel geöffnet wird, um einen gusseisernen Bolzen einzulegen, der zuvor im Feuer erhitzt wurde. Gebügelt wurde solange dieser auseichend Wärme abgab.
Auf der Oberfläche ist quer zur Längsrichtung der einstige Besitzer in Versalien vermerkt: "EICKE / HANSZ / MEVERS / 1762".

Tabakskasten
Achteckiger, quadratischer Holzkasten mit geschweifter Wandung, Scharnierdeckel und Schloss, Mahagonifurnier, aus dem 1. Drittel des 19. Jahrhunderts. Es handelt sich um ein anspruchsvolles Behältnis für Pfeifentabak, welches in seiner Zeit zur Ausstattung eines "Herrenzimmers" gehörte.

Teekanne
Teekanne aus englischem Steingut (gebrannt, handgemalt, Unterglasurmalerei), Biedermeier 1. Hälfte 19. Jahrhundert. Deckelknauf als Blütenknospe. Henkel und Tülle tragen ein Reliefdekor. Blumendekor als Unterglasurmalerei mit stilisierten Blüten zwischen Ranken.

Glaspokal
Ein großes ungefärbtes Trinkglas, ein "Römer", mit eingraviertem Monogramm unter einer Herzogskrone, "CF/FC" für Carl Friedrich, auf der Gegenseite in Versalien "VIVAT". Die Widmung erinnert an Herzog Carl Friedrich von Holstein-Gottorf (1700-1739).
Der Pokal gehörte wahrscheinlich nicht zum herzoglichem Besitz. Der Typ des "Römer"-Glases stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde als Trinkgefäß für Wein gebraucht.

Schrankvirtrine
Eintürige, auf hohen Beinen stehende schmale Schrankvitrine in neuklassizistischem Stil. Dreiseitig verglast bis auf die Sockelzone. Innen zwei Glasborde und ein Holzbord. Alle Schauflächen mit Mahagonifournier, poliert. Aufgelegtes Messingdekor: Fünf Rosetten am Architrav, auf der unteren Türfläche (Sockelfeld) eine Darstellung der Venus.

Haubenschachtel
Große Spanschachtel mit Deckel aus der Zeit um 1850. Die Spanschachteln waren meist Geschenke unter Brautleuten und wurden seit der Mitte des 18. Jahrhunderts vorwiegend in Thüringen und Oberbayern angefertigt.
In gelber Schrift am oberen Rand: "Musik versüßt am Abend jede Plage und heiter würzt sie unsere Lebenstage." Über den Personen das Monogramm: 'I F' sowie, schwach erkennbar, der handschriftliche Vermerk: "Garding".

Silberne Riechdose in Herzform
Ein kleines, herzförmiges, silbernes Riechdöschen mit aufgesetzte Krone, der obere Teil ist ein Deckel mit Scharnier und Schnappverschluß. Die Dose enthält einen Duftschwamm.
Obwohl die Dose keine Marke oder Meisterzeichen aufweist, dürfte sie aus einer Goldschmiedewerkstatt an der Westküste Schleswig-Holsteins stammen, wohl aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Solche Döschen waren an der Nordseeküste ein viel gebrauchtes weibliches Zierstück. Sie waren beim Kirchgang und bei Festen ein Schmuckstück, das man sichtbar trug.

Schreibschrank um 1800
Ein dreigeschossiges Schrankmöbel im Empirestil aus Mahagoni-Furnier, bestehend aus einem Oberschrank mit horizontalen Borden und zwei Flügeltüren, einem Schreibsekretär mit reicher Untergliederung sowie einem Unterschrank mit drei über die ganze Breite reichenden Schubkästen.
Im Sekretärteil abgeschrägte Seitenauflagen für eine nach vorn aufklappbare Schreibplatte. Innen sechs offene Fächer, rechts und links je drei kleine Schubladen. Diese Form eines Schreibschrankes wurde auf Eiderstedt auch "Schatulle" genannt.

Rauchfang-Puppenküche
Charakteristisch für Puppenküchen ab 1850 war die offene Feuerstelle in der Mitte der hinteren Gehäusewand. Weitere Merkmale sind die spielfreundliche trapezförmige Grundform, die eingebauten Schränke für Küchengeräte und die Tellerborde für das Geschirr.
Diese seltene, aufwendig gebaute Küche hat ein Tonnengewölbe und zwei Türflügel mit ovalen Sprossenfenstern und einem Oberlicht. Auf der Rückseite befinden sich rechts und links des Rauchfangs zwei Fenster. Das Geschirr und die Arbeitsgeräte sind dem damaligen Stil nachempfunden, nur weinge Teile sind noch Originale.

Englische Bodenstanduhr von ca. 1760
Im 18. Jahrhundert gehörten Bodenstanduhren in England praktisch zur Wohnungseinrichtung und englische Uhrenherstellung war Vorbild in Europa. Diese Uhr weist die gleichen Merkmale wie englische auf, obwohl sie von M.Wied in Satrup hergestellt wurde.
Sie hat ein Langpendel und zwei hängende Gewichte, mit denen sich eine Gangdauer von acht Tagen erreichen lässt.
Das Ziffernblatt besteht aus einer Messingscheibe mit einem breiten Ring, auf dem mit römischen Zahlen die Stunden, am äußeren Rand die Minuten und am inneren Rand das Datum abzulesen sind. Zu jeder vollen Stunde wird eine bronzene Glocke angeschlagen.

Schleswig-Holsteinisches Armee-Erinnerungskreuz 1848-1849
Ein eisernes Ordenskreuz, äußerlich ähnlich dem preußischen Ehrenkreuz von 1813, aber mit 38 mm Breite deutlich kleiner als dieses.
Im mittleren Rund links die für das "Herzogthum Schleswig" kennzeichnenden (heraldisch) nach rechts schreitenden zwei Löwen, rechts für das "Herzogthum Holstein" ein Nesselblatt, in gleicher Höhe links die Jahreszahl "1848", rechts "1849". Das eiserne Kreuz wurde - kennzeichnend für das patriotische Empfinden im 19. Jahrhundert - am 2. Juli 1850 von der in Kiel residierenden provisorischen Regierung der Herzogtümer gestiftet und an die Angehörigen der während dieser Zeit gegen Dänemark kämpfenden "schleswig-holsteinischen Armee" vergeben. Ihr Befehlshaber war zu Beginn der Augustenburger Prinz Friedrich zu Noer.

Eiderstedter Frauentracht aus dem frühen 17. Jahrhundert
Die Eiderstedter Tracht hat nur eine kurze Hoch-Zeit im Übergang zum 17. Jahrhundert gehabt. Die Verarmung der Bevölkerung an der Westküste Schleswigs und Holsteins durch die Nöte des dreißigjährigen Krieges ließ sie untergehen. Unsere Kenntnis über ihr früheres Erscheinungsbild ziehen wir aus bildlichen Überlieferungen.
In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es Bestrebungen für ihre Wiederbelebung: Der Altonaer Museumsdirektor Dr. Hubert Stierling beauftragte für seine Forschungen den Hamburger Maler Carl Blohm mit Darstellungen nach Epitaphien in Eiderstedter Kirchen. Das Museum besitzt von diesem vier Ölbilder: Das erste zeigt eine Frau in Tracht mit der auch auf Süd-Eiderstedt getragenen dithmarscher Haube (Kagel). Das Vorbild stammt aus Koldenbüttel. Drei Bilder geben Personen des Dirckes'schen Epitaphs von 1591 aus der Oldensworter Kirche wieder. Das objektbild zeigt die "FROVWE JACOBES" mit der Flügelhaube als verheiratete Frau

Die Mappe des Pfennigmeisters
Im latinisierten Spätbarock ist auf dem Beschlag des Schlosses aus Messing die Inschrift "CAPSUL DER LANDEN EVERSCHOP und UTHOLM, ANNO 1755" eingraviert. 'Capsula' bedeutet 'Behältnis'. Diese Ledertasche des obersten Steuerbeamten der Landschaft ist also keine herkömmliche Mappe für Akten gewesen, sondern sie enthielt geldwerte Papiere.
Die Bezeichnung 'Pfennigmeister' stammt aus den Niederlanden: Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts bestand auf Eiderstedt das Amt eines Hebungsbeamten und Rechnungsführers. Für die Landschaft gab es jeweils einen für den "Wester-" und den "Osterteil". Sie wurden von den Mitgliedern der Landesversammlung aus deren Mitte auf unbestimmte gewählt. Der Inhaber des Amtes hatte (im 18. Jh.) eine Kaution von 10.000 Mark aufzubringen und mußte über einen Grundbesitz von 100 Demat (rund 50 Hektar) verfügen können.

Der obere Beschlag des Schlosses zeigt unter der Krone des Herrschers die drei Wappenschiffe der Landschaft in 1 : 2 Anordnung, umgeben von Blumen und Ranken.

Trittwebstuhl
Im Oktober 2008 wurde dem Museum ein 150 Jahre alter Webstuhl aus hellem Eichenholz geschenkt. Die Seitenteile haben die Maße 170 x 180 cm. Wie wir inzwischen wissen, handelt es sich um eine niedersächsische Bauart. Tatsächlich stammt er nach Auskunft der Vorbesitzerin auch aus der Nordheide. Die Schäfte hängen an zwei Rollenzügen. Nach der Bauart ist er ein 'Flachwebstuhl'. Der Kamm hat die Breite von 120 cm. Für den Schuß wird das Schiffchen wird mit der Hand geführt.

Fayance-Teller aus Westfriesland
Fayence-Keramik ist in Europa erst im Übergang zum 17. Jahrhundert bekannt geworden. Sie ist gekennzeichnet durch ihre Zinnglasur, welche sie dem Porzellan sehr ähnlich macht. Nach Europa gelangte sie über den Mittelmeerraum, ihre Herkunft liegt im südlichen Asien (Samarkand, Persien). Die Handelswege verliefen von Teheran aus über Konstantinopel nach Venedig und Mitteleuropa zu den Niederlanden, oder über Nordafrika nach Spanien (Malaga). Die Insel Mallorca prägte die Bezeichnung "Majolika", die Stadt Faenza in der Poebene den Gattungsnamen "Fayenca". Zum wichtigsten Handels- und Manufakturzentrum wurde im 17. Jahrhundert die niederländische Stadt Delft.

Handnähmaschine "The Little Wanzer"
Dieses Bild zeigt "The Little Wanzer", welche von der "R. M. Wanzer & Co. Sewing Machine Company Limited" in London als Serienmodell wahrscheinlich bereits 1868 hergestellt worden ist. Sie arbeitet mit einem Schiffchen, das im seitlich offenen Eisengußgehäuse liegt. Der Rahmen hat eine C-Form, die Handkurbel bedient eine Zahnradübertragung. Immerhin ruht das Maschinchen auf sogar einer massiven Marmorplatte.
Der Gardinger Malermeister Theodor Jensen hat die Nähmaschine im Jahre 1936 dem Museum geschenkt, sie ist noch funktionsfähig.

Siegel der Kirche St. Peter
Die dem Ersten Apostel geweihte Kirche ist nicht die älteste unter den insgesamt 18 Gotteshäusern auf Eiderstedt gewesen. Ihre Entstehung wird um 1200 angenommen - rund 100 Jahre nach St. Magnus, der ersten in Tating. Aus der Frühzeit hat sich der romanische Zwischenchor (ohne den Ostbogen) erhalten.
Zu diesem Zeitpunkt gehörte die Kirche zu dem kleinen Ortskern "Ulsturp". Erst später übernahm dieser den Namen der Kirche. [Aus "Ulsturp" entstand die Bezeichnung der Gemarkung Olsdorf.] Zudem gab es auch die Halbinsel Eiderstedt noch nicht, denn die Schiffsharde (Insel) "UTHOLM" bildete bis zum Deichumschluß zu Beginn des 17. Jahrhunderts den westlichen Kern des heutigen Ganzen.
So lautet daher die Inschrift des Kirchensiegels "SIGILLUM PAROCHIE VLSTORPIA VTHOLM +" ("Siegel der Pfarrkirche Ulsturp [auf] Utholm"). Es stammt in dieser Gestalt von 1376. Allerdings ist der im Bild gezeigte Siegelstempel eine Ausführung aus dem 19. Jahrhundert).
Das Siegel enthält die gekreuzten Schlüssel des Apostels mit kugelbewehrten eckigen Griffen und abgewendeten Bärten, darunter Halbmond und sechsstrahliger Stern.

Festtagskleid der Eiderstedter Familie Ohling
Ein bodenlanges schwarzes, zweiteiliges Frauenkleid mit Schalkragen, Schärpe und Manschettenärmeln, vielfach besetzt mit Biesen und Spitzen. Das handgenähte Festtagskleid ist aus feinem Wollstoff genäht, der Rock seidengefüttert. ausgeführt. 
Das Kleid wurde in der Familie Ohling im Wilhelminenkoog (Eiderstedt) vererbt und im Jahre 1999 dem Museum geschenkt.

Schreibgeschirr (Anfang 19. Jahrh.)
Schreibgeschirr, bestehend aus zwei massiven zylindrischen Behältern aus Messing auf abgestuften Standringen, einer mit Deckel und Kugelknauf, der andere als Sandbüchse von einem flach erhabenen Sieb bedeckt. In das offene Gefäß ist ein gläsernes Tintenfaß einzusetzen (welches verloren gegangen ist).
Das streng klassizistische Gerät stammt aus Seeland (Sjælland), der dänischen Hauptinsel.

Eiserne Schläfenbrille aus dem 18. Jahrhundert
Eine sogenannte "Schläfenbrille" mit gebogenen, an den Enden in Rundösen abschließenden Bügeln, der Nasenträger und die großen Brillenfassungen aus Draht. Insgesamt ein sehr einfach ausgeführtes Brillengestell aus Eisen. Es sollte preiswert sein. - Die seitlichen Bügel reichten anfangs nicht bis hinter die Ohren, sondern drückten an die Schläfen, die Ösen wurden durch ein Band oder einen Lederriemen um den Hinterkopf herum verbunden.

Alkoventür im Tetenbüller Staatshof, 1926
Ein ansehnliches barockes Portal innerhalb der "god stuv" (Diele oder Wohnstube) des 1590 erbauten Haubargs Schipper im Osterkoog der Gemeinde Tetenbüll auf Eiderstedt. Wegen seiner im 18. Jahrhundert begonnenen anspruchsvollen Innengestaltung wurde dieser bald als "Staatshof" (stattlicher Hof) bezeichnet.
Die Schmucklegende gibt die Erklärung "Fremdenbett", tatsächlich handelt es um das "Ehebett" der Besitzer, das von der Wohnstube zur Küche ausgebaut war. Die Verkleidung ist bald nach dieser bildlichen Erfassung ausgebaut worden, ebenso wie auch zwei bemalte Wandbettfronten aus dem "Vorhüs", von denen sich jetzt eine im Museum befindet.

Nivelliergerät - Instrument zur Vermessung in der Geodäsie
Von der Funktion her betrachtet ist es ein Umkehrfernrohr, montiert auf ein Justiergestell. Unter diesem befindet sich, parallel zur Sichtachse, eine Wasserwaage mit Libelle. Die Horizontalausrichtung in der Ebene geschieht durch mehrere Feingewinde an zwei Gestellwinkeln und an den drei Füßen, welche sämtlich durch Rändelschrauben bewegt werden. - Auf der links unterhalb des Fernrohres befestigen Scharfjustierung ist der Name des Herstellers mit der Werknummer eingraviert: "MAX WOLZ-5347". Max Wolz ist seit 1885 Feinmechaniker bei Professor Otto Koll am ersten deutschen Lehrstuhl für Geologie in Bonn gewesen.

Senatoren-Sammeldose
Im 18. Jahrhundert beruhte die Unterstützung von armen Menschen ausschließlich auf der Sammlung von Sachspenden und Geld. "Armenbüchsen" standen in Gast- und Wirtshäusern, gelegentlich auch an Orten, welche viel passiert wurden, z.B. in Fährhäusern. Almosen sammelte auch die Kirche - bereits im Mittelalter gab es "Opferstöcke", worunter nicht nur Holzkästen für Geld, sondern auch truhenförmige Behältnisse zu verstehen waren. Schon immer wurde beim Gottesdienst auch der Klingelbeutel herumgereicht.

Mittelalterliche Amphore
Im Jahre 1927 fand der Landwirt Peter Claus Clausen aus Süderhöft an der Südwestspitze von Eiderstedt, am Rande eines Priels, einen freigespülten Krug, den er vier Jahre später dem Museum für 5 Reichsmark verkaufte.
Nach Ansicht der Fachleute handelt es sich um rheinische Keramik aus dem 14. Jahrhundert. Im Watt der Nordseeküste - einer vom Meer überspülten ehemaligen Marschlandschaft - sind zahlreiche keramische Funde gemacht und gut dokumentiert worden.
Dieser Henkelkrug hatte ehemals zwei Henkel, einer ist abgebrochen, auch an dem sich nach oben verbreiternden Ausguß fehlt eine Hälfte. Dem Kugelbauch sitzt ein hochgezogener Hals mit oberem Ring auf. Kennzeichnend für viele Krüge ist der untere, gewellte Standring.  Die Tonform ist unglasiert gebrannt worden, der Bruch erscheint rötlich.

 

Museen Schleswig-Holstein und Hamburg

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